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Garten- & Landschaftsbau

Regenwasser auf dem Grundstück: Versickern statt ableiten

Regenwasser auf dem Grundstück zu halten, statt es in den Kanal zu geben, ist der bessere Weg: Der Boden bekommt Wasser, die Kanalisation wird bei Starkregen entlastet, und in vielen Kommunen wirkt sich das auf die Gebühren für Niederschlagswasser aus. Ob es geht, entscheiden allerdings der Untergrund und die örtlichen Vorgaben, nicht der Wunsch.

Die Voraussetzungen

Versickerung funktioniert nur, wenn der Boden Wasser aufnimmt. Ein durchlässiger, sandiger Boden nimmt viel auf, ein dichter, toniger kaum. Was der Boden hergibt, zeigt die Bodenprobe, und bei größeren Anlagen wird die Durchlässigkeit gezielt untersucht. Diese Untersuchung ist die Grundlage der Bemessung. Ohne sie ist jede Anlage geraten.

Der zweite Punkt ist der Abstand zum Grundwasser. Zwischen der Sohle einer Versickerung und dem Grundwasser muss eine ausreichend mächtige Bodenschicht liegen, denn diese Schicht reinigt das Wasser auf seinem Weg. Steht das Grundwasser hoch, ist Versickerung eingeschränkt oder ausgeschlossen. Der dritte Punkt sind Abstände: zu Gebäuden, zu Kellern, zu Grundstücksgrenzen und zu Hängen. Eine Versickerung zu nah am Haus wässert die Wand, und eine am Hang kann ihn destabilisieren.

Die Vorgaben klären

Der Umgang mit Niederschlagswasser ist geregelt, und die Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune. Manche Kommunen verlangen Versickerung, andere lassen sie nur unter Bedingungen zu, wieder andere schließen sie in bestimmten Gebieten aus, etwa in Wasserschutzgebieten oder bei Altlastenverdacht. Häufig ist eine Erlaubnis oder mindestens eine Anzeige erforderlich.

Die zuständige kommunale Stelle gibt Auskunft, und diese Auskunft gehört an den Anfang. Denn sie entscheidet nicht nur über das Ob, sondern auch über die Bauform. Wer erst baut und dann fragt, riskiert einen Rückbau. Fragen Sie bei dieser Gelegenheit auch nach der Gebührenseite und nach möglichen Förderungen, denn beides hängt oft daran.

Die Bauformen

Es gibt mehrere Wege, und sie unterscheiden sich in Platzbedarf und Wirkung:

  • Flächenversickerung: Wasser läuft auf eine bewachsene Fläche, einfach, braucht Platz und durchlässigen Boden
  • Mulde: eine flache, bepflanzte Senke, die Wasser sammelt und einsickern lässt
  • Mulden-Rigolen-System: Mulde mit einem Speicher darunter, für weniger durchlässige Böden
  • Rigole: unterirdischer Speicherkörper, platzsparend, unsichtbar, schwerer zu warten
  • Durchlässige Beläge: Wasser sickert durch die Fläche selbst, funktioniert nur bei aufnahmefähigem Untergrund

Die oberirdischen Lösungen sind die besseren, wo Platz ist. Sie sind einsehbar, wartbar und beleben den Garten. Eine bepflanzte Mulde ist ein Gartenelement und keine technische Anlage. Unterirdische Rigolen sind die Lösung für enge Grundstücke, aber was man nicht sieht, wird nicht gepflegt, und eine zugesetzte Rigole fällt erst beim nächsten Starkregen auf.

Die Vorreinigung

Was versickert, geht Richtung Grundwasser. Deshalb spielt eine Rolle, woher das Wasser kommt. Wasser von Dachflächen ist in der Regel unproblematisch. Wasser von Flächen, auf denen Fahrzeuge stehen, ist es nicht ohne Weiteres, und für belastetes Wasser gelten andere Anforderungen.

Praktisch gehört zu jeder Anlage ein Rückhalt für Laub und Grobstoffe, denn was einläuft, setzt sonst die Anlage zu. Die bewachsene Bodenzone einer Mulde ist dabei nicht nur Speicher, sondern auch Filter. Das ist ein weiterer Grund, warum oberirdische Lösungen technisch überzeugen.

Speichern und nutzen

Versickern und Nutzen schließen sich nicht aus. Eine Zisterne hält Wasser für den Garten zurück und gibt den Überlauf an die Versickerung ab. Das ist die Kombination, die am meisten bringt: Das Wasser wird zweimal genutzt, und bei Starkregen bleibt Puffer.

Der Zeitpunkt für diese Entscheidung ist während der Erdarbeiten. Ein Speicher, ein Anschluss und die Leitungen sind dann eine Position im Aushub. Später sind sie ein Eingriff in fertige Flächen. Wer ohnehin gerade baut, sollte zumindest die Leerrohre legen lassen.

Was bleibt

Prüfen Sie zuerst Boden, Grundwasserstand und Abstände, holen Sie die Auskunft der zuständigen kommunalen Stelle ein und wählen Sie dann die Bauform. Oberirdische, bepflanzte Lösungen sind wartbar und schöner, unterirdische sind die Antwort auf Platzmangel. Und wer speichert und versickert, bekommt beides.

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