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Hecke pflanzen: Auswahl, Zeitpunkt und Anwuchspflege

Eine Hecke wächst zusammen, wenn drei Dinge stimmen: die Art passt zum Standort, der Boden ist vor der Pflanzung vorbereitet, und die jungen Pflanzen werden im ersten Jahr verlässlich versorgt. Von diesen drei Punkten wird der letzte am häufigsten unterschätzt, und er entscheidet über Lücken, die man später nicht mehr wegbekommt.

Standort vor Wunsch

Die Auswahl beginnt nicht im Katalog, sondern an der Stelle, an der die Hecke stehen soll. Entscheidend sind Licht, Boden und Wasser. Eine Art, die volle Sonne braucht, wird an der Nordseite eines Hauses nicht dicht. Eine Art, die durchlässigen Boden verlangt, kümmert dort, wo Wasser steht. Was der Boden hergibt, zeigt die Bodenprobe, und dieser Befund ist wichtiger als jede Empfehlung aus zweiter Hand.

Die zweite Frage ist die nach der Aufgabe. Soll die Hecke im Winter dicht sein, kommen nur immergrüne oder wintergrüne Arten infrage. Soll sie blühen und Lebensraum bieten, ist eine freiwachsende Mischung aus heimischen Sträuchern die bessere Wahl. Soll sie schmal und formal bleiben, braucht es eine schnittverträgliche Art und die Bereitschaft, regelmäßig zu schneiden. Eine Hecke, die alles gleichzeitig soll, gibt es nicht.

Platz realistisch einplanen

Der häufigste Planungsfehler ist die Breite. Auf dem Plan ist eine Hecke eine Linie, im Garten ist sie ein Körper, der jedes Jahr breiter wird. Wer zu dicht an die Grenze oder an einen Weg pflanzt, schneidet später gegen die Pflanze, statt sie zu pflegen, und verliert die Fläche trotzdem.

Zu den Grenzabständen für Pflanzungen gibt es Regelungen, die sich je nach Bundesland unterscheiden, teils ergänzt durch örtliche Vorgaben. Die zuständige kommunale Stelle gibt Auskunft. Der Aufwand für diese Frage ist gering, der Aufwand für eine Hecke, die versetzt werden muss, ist es nicht.

Der richtige Zeitpunkt

Gepflanzt wird in der Ruhezeit, wenn die Pflanze nicht im vollen Wachstum steht und der Boden frostfrei und nicht durchnässt ist. Das gibt den Wurzeln Zeit, sich zu etablieren, bevor der erste Sommer kommt. Wer in der Hitze pflanzt, kämpft von Anfang an gegen den Wasserverlust.

Die Anzuchtform spielt dabei mit hinein. Wurzelnackte Ware, Ballenware und Containerware haben unterschiedliche Ansprüche und unterschiedliche Pflanzzeiten. Der Fachbetrieb wählt danach aus, was gepflanzt wird und wann. Grundsätzlich gilt: Je weniger Wurzelraum mitkommt, desto genauer muss der Zeitpunkt stimmen und desto wichtiger ist das Wässern.

Boden vorbereiten und pflanzen

Die Pflanzung selbst ist eine Bodenarbeit. Vorbereitet wird ein durchgehender Graben und nicht eine Reihe einzelner Löcher, damit die Wurzeln in einem zusammenhängenden Raum arbeiten können. Verdichtungen werden gelöst, denn in verdichtetem Boden steht Wasser und die Wurzel bleibt im Loch.

Wichtig sind außerdem:

  • Pflanztiefe: Zu tief gesetzte Pflanzen kümmern, der Wurzelhals bleibt frei.
  • Abstand: Zu eng gesetzt bedeutet Konkurrenz, zu weit bedeutet Lücken.
  • Rückschnitt: Ein Schnitt bei der Pflanzung fördert die Verzweigung von unten.
  • Gießrand: Ein kleiner Wall hält das Wasser dort, wo es gebraucht wird.
  • Mulch: Eine Abdeckung hält Feuchtigkeit und begrenzt Konkurrenz.

Der Rückschnitt bei der Pflanzung fällt vielen schwer, weil er die frische Hecke kleiner macht. Er ist trotzdem richtig: Eine Hecke, die von unten verzweigt, wird dicht. Eine, die man wachsen lässt, wird oben dicht und unten kahl, und das ist später kaum zu korrigieren.

Die Anwuchspflege entscheidet

Im ersten Jahr entscheidet das Wasser. Junge Gehölze haben ihren Wurzelraum noch nicht erschlossen und können sich nicht selbst versorgen. Gewässert wird selten, aber durchdringend: Kleine Wassergaben locken die Wurzeln nach oben, wo sie beim nächsten Trockenfall zuerst leiden. Kritisch sind die Trockenphasen, und sie treten auch außerhalb des Hochsommers auf. Immergrüne Arten verdunsten auch im Winter und brauchen an frostfreien Tagen Wasser, wenn es lange trocken war.

Gedüngt wird im ersten Jahr in der Regel zurückhaltend und nur, wenn die Bodenprobe einen Mangel zeigt. Die junge Pflanze soll Wurzeln bilden, nicht Blattmasse. Wer stattdessen düngt, treibt Wachstum an, das die Wurzel noch nicht tragen kann.

Fazit

Eine Hecke ist eine Entscheidung für viele Jahre. Wählen Sie die Art nach dem Standort, planen Sie die Breite ehrlich, klären Sie den Grenzabstand, pflanzen Sie in der Ruhezeit und wässern Sie im ersten Jahr durchdringend. Was in diesem Jahr versäumt wird, sieht man der Hecke dauerhaft an.

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