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Garten- & Landschaftsbau

Sichtschutz im Garten: Pflanzung, Bauwerk oder Kombination

Sichtschutz lässt sich pflanzen oder bauen. Eine Pflanzung wirkt später, dafür dauerhaft und lebendig. Ein Bauteil wirkt sofort, altert aber und ist an Vorgaben zu Höhe und Abstand gebunden. Die häufigste und meist beste Antwort ist eine Kombination, bei der das Bauteil die Zeit überbrückt, die die Pflanzung braucht.

Zuerst klären, wovor geschützt werden soll

Sichtschutz wird oft zu großzügig geplant. Selten braucht ein ganzes Grundstück einen Schirm. Meist geht es um wenige Blickachsen: das gegenüberliegende Fenster, ein Teil der Terrasse, der Sitzplatz. Wer sich in den Sitzplatz setzt und schaut, wohin der Blick tatsächlich fällt, kommt oft mit einem Bruchteil dessen aus, was zunächst gedacht war.

Ein durchgehend geschlossener Garten hat Nebenwirkungen. Er nimmt Licht, staut Luft und macht Flächen kleiner, als sie sind. Gezielter Sichtschutz an wenigen Stellen wirkt besser und lässt den Garten offen. Das ist keine Sparmaßnahme, sondern das bessere Ergebnis.

Pflanzung als Sichtschutz

Die pflanzliche Lösung reicht von der geschnittenen Hecke über freiwachsende Sträucher bis zu einzelnen Gehölzen, die gezielt gesetzt werden. Sie hat den Vorteil, dass sie mit der Zeit besser wird, Lebensraum bietet und das Kleinklima verbessert. Ihr Nachteil ist die Zeit und der Platz: Eine Hecke braucht Breite, und die wird auf dem Plan gern vergessen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen immergrün und laubabwerfend. Wer im Winter Sichtschutz braucht, kommt mit laubabwerfenden Gehölzen nicht weit. Wer den Sichtschutz vor allem im Sommer auf der Terrasse braucht, hat mehr Auswahl. Und in jedem Fall entscheidet der Standort: Eine Pflanze, die dort nicht wachsen will, wird kein Sichtschutz, egal wie sie beschrieben wird. Was der Ort hergibt, zeigt die Bodenprobe und der Blick auf Licht und Wasser.

Gebauter Sichtschutz

Wände, Zaunelemente, Lamellen und Rankgerüste wirken sofort und brauchen wenig Platz. Genau deshalb sind sie dort richtig, wo es eng ist oder wo schnell eine Lösung her muss. Zu bedenken sind drei Punkte: Windlast, Pflege und Vorgaben.

  • Windlast: Eine geschlossene Fläche wirkt wie ein Segel und braucht eine entsprechende Gründung.
  • Pflege: Holz und beschichtete Oberflächen altern und brauchen Zuwendung.
  • Vorgaben: Höhen und Grenzabstände sind geregelt und unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune.
  • Wirkung: Eine massive Wand kann einen kleinen Garten erdrücken.

Was am Ort gilt, sagt Ihnen die zuständige kommunale Stelle. Diese Frage gehört vor die Bestellung, denn ein gebauter Sichtschutz, der zurückgebaut werden muss, ist ein teurer Irrtum.

Die Kombination

In der Praxis funktioniert die Mischung am besten: ein Rankgerüst oder ein leichtes Element, das sofort wirkt, dazu eine Pflanzung, die es mit der Zeit übernimmt. Kletterpflanzen an einem Gerüst brauchen wenig Platz und schaffen in überschaubarer Zeit eine grüne Fläche. Wichtig ist, dass das Gerüst zur Pflanze passt: Schlinger brauchen etwas zum Umfassen, Ranker brauchen Feines zum Greifen, Selbstklimmer brauchen Fläche und sollten nicht an jede Wand.

Ebenso wirksam und oft übersehen ist der Sichtschutz über Kopf. Ein Baum mit hoch angesetzter Krone, ein Sonnensegel oder eine Pergola nehmen den Blick von oben, ohne den Garten einzuschließen. Wenn der Blick aus dem Obergeschoss des Nachbarhauses kommt, ist das die einzige Lösung, die wirkt, denn Höhe an der Grenze würde dafür selten reichen und selten zulässig sein.

Was bleibt

Bestimmen Sie zuerst die Blickachsen, dann die Mittel. Pflanzung braucht Zeit und Platz, gibt aber dauerhaft mehr zurück. Bauteile wirken sofort und sind an Vorgaben und Windlast gebunden. Die Kombination aus beidem löst das Zeitproblem, und ein Blick nach oben löst oft das eigentliche.

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